
Zusammenfassung der Fastenzeiten im Ramadan und der christlichen Passionszeit
Im Jahr 2026 fallen der Ramadan für Muslime und die Passionszeit für Christen nahezu zeitgleich, was eine seltene Überschneidung darstellt, die erst in 33 Jahren erneut auftreten könnte. Diese zeitliche Koinzidenz resultiert aus dem kürzeren Mondkalender des Islams im Vergleich zum Sonnenkalender des Christentums.
Fasten im Christentum
Die Passionszeit beginnt am Aschermittwoch (18. Februar 2026) und endet am Ostersonntag. In dieser siebenwöchigen Phase gedenken Christen des Leidens und Sterbens Jesu. Viele Gläubige verzichten auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten, während sie an Sonntagen normal essen dürfen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt das Fasten seit 1983 mit der Aktion „7 Wochen ohne“, die 2026 unter dem Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ steht.
Fasten im Islam
Der Ramadan, der am Abend des 18. Februar 2026 beginnt, ist eine der fünf Säulen des Islams. Muslime fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und verzichten auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex, wobei Ausnahmen für Kranke, Schwangere und Kinder bestehen. Ein zentrales Ereignis während des Ramadan ist die Lailat al-Qadr, die „Nacht der Bestimmung“, in der die Offenbarung des Korans an Mohammed gefeiert wird.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Beide Fastenzeiten fördern Besinnung und innere Einkehr, unterscheiden sich jedoch in ihrer Praxis. Während das Fasten für Christen nicht verpflichtend ist, existieren im Islam klare Fastenregeln. Gemeinschaft spielt im Islam eine bedeutendere Rolle, insbesondere beim gemeinsamen Fastenbrechen und den Gebeten in der Moschee.
Bedeutung der Fastenzeiten
Im Islam erinnert der Ramadan an die Koranoffenbarung und fördert Selbstdisziplin und Mitgefühl. Im Christentum dient die Fastenzeit der Vorbereitung auf Ostern und erinnert an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste gefastet hat. Die Fastenzeit wird häufig als „innerer Frühjahrsputz“ beschrieben.
Fastenpraktiken
Muslime brechen ihr Fasten traditionell mit einer Dattel, während Christen ihr Fasten individuell gestalten, oft durch den Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel oder Gewohnheiten. Während im Islam Gemeinschaft und Gebet im Vordergrund stehen, liegt der Schwerpunkt im Christentum stärker auf persönlicher Entscheidung und innerer Haltung.
Unterstützung des interreligiösen Diskurses in unserer Schule
Wir fördern den interreligiösen Dialog und das gemeinschaftliche Glaubensleben. Daher schaffen wir an unserer Schule einen Raum für Schülerinnen und Schüler, die den Wunsch haben, sich ihrem Glauben zuzuwenden oder darüber zu reflektieren. Während der Fastenzeit und des Ramadan steht unsere Bibliothek im vierten Obergeschoss allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung, die in Begleitung einer Lehrkraft ihre spirituellen Praktiken, sei es durch Gebet oder innere Meditation, während der Mittagspause von 12:55 Uhr bis 13:25 Uhr ausüben möchten.
In diesem Zusammenhang gelten grundlegende Regeln:
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Willkommenheit: Alle Mitglieder unserer Schulgemeinschaft sind herzlich eingeladen, unabhängig von Religion, Glaubensauffassung oder Herkunft. Wir sind vereint in unserer Menschlichkeit und haben das Recht, unsere Überzeugungen zu leben.
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Individuelle Glaubensfreiheit: Glauben ist eine persönliche Angelegenheit und sollte als solche respektiert werden. Jede Person hat das Recht, ihre eigenen Überzeugungen zu entwickeln, ohne Angst vor Spott oder Ausgrenzung. Religiöse Thesen werden in diesem Raum nicht dogmatisiert oder propagiert.
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Ruhe und Besinnung: Die Bibliothek ist während der angegebenen Zeiten ein Ort der Stille und Reflexion. Aktivitäten wie Toben, Laufen oder lautes Sprechen sind nicht gestattet.
Der Aufenthalt in der Bibliothek wird für diejenigen, die sich nicht an diese grundlegenden Regeln halten, beendet.
